Historie

KnausHermann Knaus
Der österreichische Gynäkologe Hermann Knaus, dessen Name historisch eng mit der Kalendermethode verknüpft ist, lehrte als Dekan der Medizinischen Fakultät von 1934 bis 1945 in der Goldenen Stadt Prag. Neben seiner universitären Tätigkeit führte er auch eine Privatpraxis, die liebevoll mit Antiquitäten ausgestattet war.

Nach Aussagen von Zeitzeugen war er ein begnadeter Chirurg und berühmter Wissenschaftler. Er wurde sogar 1936 für den Medizin-Nobelpreis vorgeschlagen. Seine medizinischen Erkenntnisse zur Befruchtungsfähigkeit von Eizelle und Spermien und zum konstanten Zeitabstand von Eisprung und Menstruation stießen lange Zeit auf große Skepsis.


Die_GuysDie Guys – Pioniere der NFP Arbeit
Michèle und François Guy, zwei französiche Ärzte aus Grenoble, haben das Gesicht der NFP-Arbeit auf der Insel Mauritius entscheidend geprägt. Ihre erfolgreichen Aktivitäten führten dazu, dass in den 60er Jahren die NFP-Arbeit Teil des offiziellen Gesundheitsprogramms auf dieser Insel im Südwesten des Indischen Ozeans wurde. Anlässlich der 40-Jahr-Feierlichkeiten konnte sich Dr. Michèle Guy vor Ort vom nachhaltigen Erfolg ihrer Arbeit überzeugen. Ihr Mann  François konnte das Ereignis auf Grund seines fortgeschrittenen Alters nur noch aus der Ferne begleiten.

Neben ihren Aktivitäten auf Mauritius waren die Guy´s auch in Europa tätig. Sie gründeten u. a. die europäische NFP Dachorganisation IEEF mit Sitz in Grenoble.


foto-prof-goshDie Schwestern von Mutter Teresa, Prof. Gosh/ Kalkutta & NFP
-Zur Gebrauchssicherheit natürlicher Methoden
Zwischen 1971 und 1982 haben Missionarinnen der Nächstenliebe ( Missionaries of Charity of Mother Teresa India) in 120 Zentren in und um Kalkutta Paare in die natürlichen Methoden der Familienplanung eingeführt. Die Paare gehörten unterschiedlichen Religionsgemeinschaften (Hindus, Muslime, Christen). Bis 1977 wendeten bereits 12.183 Paare die NFP in einer sympothermalen Variante selbstständig an. Zwischen 1978 und 1982 kamen 43.293 Paare hinzu, die die wesentlich schlichtere Billingsmethode anwendeten.
Prof. Ajay Gosh, Head of Departement of Ostetrics and Gynecology am National Medical College Calcutta, evaluierte im Rahmen dieses Programms und im Auftrag der WHO die Sicherheit der Anwendung in den Jahren 1978-1980 bei 525 Paaren zwischen 18 und 35 Jahren. In dem von ihm beobachteten Zeitraum gab es in der untersuchten Population keine unbeabsichtigte Schwangerschaft.

Was war vorausgegangen?
Sr. M. Paulette, die ursprünglich vom Arztehepaar Drs. Michèle und Francois Guy auf Mauritius in der NFP ausgebildet worden war und 1967 in den Orden von Mutter Teresa eintrat, hatte mit der Zustimmung von Mutter Teresa ein NFP Programm in den Slums von Kalkutta organisiert. Ziel des Programms war es, den Paaren den Zugang zu einem Fruchtbarkeitsbewusstsein zu eröffnen, das sie in ihrer Partnerschaft unterstützt und ihnen ermöglicht in Würde ihre Beziehung zu gestalten. Zunächst bildete sie ihre Mitschwestern zu Multiplikatorinnen aus. Verschiedene Sponsoren wie das C.M.A.C. England unterstützten ihre Anstrengungen. Die Schwestern lernten, die Paare im Rahmen ihrer Familienbesuche zum Thema Fruchtbarkeit und Familienplanung zu unterrichten und sie zur Selbstbeobachtung anzuleiten. Hierbei bedienten sie sich einfacher Sprache in dem jeweilig lokalen Dialekt.

Am Ende der Einführung erhielten die Paare ein stattlich anerkanntes Zertifikat, das es ihnen u. a. ermöglichte, die damals staatlich organisierte Zwangssterilisation abzulehnen. Da sich für verschiedene Paare die Anwendung einer smptothermalen Methode – allein wegen der Thermoterbeschaffung – als zu kompliziert erwies, wurde Billings zusätzlich erfolgreich ins Programm aufgenommen. Beim Internationalen NFP-Kongress der IFFLP 1983 in Hongkong stellte Prof. Gosh seine Daten der wissenschaftlichen Öffentlichkeit vor.